ERP News

Informationen rund um das ERP-System APplus

Der gemeine CIO winkt ab. Zu groß die Gefahr, dass unternehmenskritische Daten in die Hände Unbefugter fallen. Hieß es bislang. Doch langsam setzt ein Umdenken ein.

Der Analyst Matthias Zacher, gerade von der Experton Group zu IDC gewechselt, stellte beispielsweise bereits im vergangenen Jahr fest, dass das Interesse an ERP als SaaS, on-Demand und aus der Cloud signifikant zunimmt. Insbesondere kleine und mittlere Firmen wüssten die geringeren Kosten und das Plus an Flexibilität zu schätzen.

"Nach Einschätzung der Experton Group öffnen sich immer mehr Unternehmen dem Thema SaaS, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen setzen stark auf den Kostenfaktor beim Ablösen oder Ersteinsatz von ERP-Lösungen und auf Flexibilität in der Bereitstellung von Services", so Zacher im vergangenen Jahr.

ERP on-Demand in Zahlen

Und die Zahlen geben ihm Recht: 2011 wurden knapp über 12 Milliarden Dollar weltweit für die Anschaffung SaaS-basierter Lösungen ausgeben, schätzt Gartner. Davon entfielen allerdings nur 1,7 Milliarden Dollar auf ERP-on-Demand-Lösungen. Die Tendenz ist aber klar steigend, sowohl für das gesamte Cloud-Business als auch den Teilaspekt ERP-on-Demand: Das Analystenhaus Forrester prognostiziert, dass der weltweite Markt für Cloud Computing von 2011 bis 2020 von 40,7 auf 241 Milliarden Dollar anwachsen wird. Das Gesamtvolumen des Marktes für Public-Cloud-Services soll von 2011 bis 2020 von 25,5 auf 159,3 Milliarden Dollar wachsen.

Getrieben wird das Wachstum im Bereich des Enterprise Resource Planning auf natürliche Weise: Rund ein Drittel der implementierten ERP-Systeme ist fällig – sie sind wenigstens 10 Jahre alt, viele stammen noch aus der informationstechnischen Steinzeit. Laut Forrester in seiner Studie "State of ERP in 2011" sind diese Altsysteme den Anforderungen des modernen Marktes kaum mehr gewachsen. Zunehmend setzen CIOs deshalb auf on-Demand-Ansätze.

Und tatsächlich meldeten im Laufe des vergangenen Jahres denn auch immer mehr Softwarehäuser Abschlüsse im Cloud-Umfeld. Zu nennen wären etwa SAP mit Business ByDesign, Comarch mit Semiramis, Microsoft mit Dynamics, myfactory und weitere. Mittlerweile, so Zacher, könne man mit Fug und Recht von einem tragfähigen Geschäftsmodell sprechen.

Das bestätigt auch Simone Kathrin Eiermann, Sprecherin der SAP AG, gegenüber SearchCloudComputing.de: "Wir sind mit der Nachfrage nach unserer Geschäftslösung für kleine und mittlere Unternehmen SAP Business byDesign zufrieden und gehen davon aus, dass sie auch weiterhin ansteigt. Unser Ziel, bis zum Jahresende 2011 über 1000 Kunden für ByD gewonnen zu haben, haben wir erreicht."

"Auch Sage sieht im deutschen Mittelstand ein wachsendes Interesse an ERP-Lösungen aus der Cloud: So schätzen wir, dass sich zwischen 8 und 16 Prozent der mittelständischen Unternehmen vorstellen können, ihre Buchhaltung oder Warenwirtschaft über eine Internet-Software abzuwickeln", berichtet Andreas Heck, Leiter des Geschäftsbereichs kleine und mittlere Unternehmen der Sage Software GmbH. Weil eine Alternative zur fest installierten erp-lösung immer wichtiger werde, will der Mittelstandsexperte zur CeBIT 2012 mit der Office Line 365 eine etablierte erp-lösung für KMUs in die Cloud bringen.

Nedzad Fajic, Regional Vice President DACH Channel bei Infor, nennt konkrete Zahlen zur Nachfrage nach der Infor10 CloudSuite: "Stand heute haben wir über 800 zufriedene Kunden in der Cloud mit einem SaaS-Nutzungsmodell. Über unsere Business Solutions wie etwa Enterprise Asset Management, iProcurement, HCM oder ERP hinweg greifen über 500.000 Nutzer auf unser Cloud-Angebot zu." Die Wachstumsrate sei hierbei sehr steil und zeige, dass der von Infor verfolgte Plattform-Gedanke - die Infor10 Cloud-Architektur bietet die Möglichkeit, sowohl Infor-eigene als auch Fremdanbieterapplikationen in der Cloud zu integrieren - von den Kunden angenommen werde.

ERP - intuitiv und einfach bedienbar?

Bei der Nutzung von ERP aus der Cloud müssen Anwender aber die eine oder andere Hürde nehmen, egal ob Mittelstand oder Enterprise. So hat sich IDC im Herbst vergangenen Jahres mit der Usability und Anwenderfreundlichkeit von ERP-Systemen beschäftigt – mit verheerendem Ergebnis: Die Studie belegt, dass weniger als ein Drittel (29%) der Unternehmen ihre Unternehmens-Anwendungen für einfach und intuitiv bedienbar halten. Aber wir sprechen hier von on-Premise-Installationen.

44 Prozent der Unternehmen glauben, dass ihre ERP-Anwendung ihre geschäftliche Flexibilität behindert – Angebote aus der Cloud könnten hier Abhilfe schaffen. Fast die Hälfte der Unternehmen (45%) erwartet denn auch, dass innerhalb der nächsten 12 bis 24 Monate spürbare geschäftliche Veränderungen auf sie zukommen – und diesen könne nur mit neuer Software begegnet werden, sagen 82 Prozent der Anwenderunternehmen. Eigentlich also eine "gemähte Wiese" für Anbieter – die CIOs möchten ja gerne neue, bessere Wege beschreiten, gerne hinein in die Cloud.
Knackpunkt Sicherheit

Doch der Knackpunkt ist und bleibt weiterhin die Sicherheit, das ist unbestritten und weithin bekannt. Daraufhin von uns angesprochen kontert Andreas Heck von Sage Software mit einer Gegenfrage: "Wie viele Systeme mittelständischer Betriebe sind wohl gegen Hochwasser, Feuer, Einbruch oder Hackerangriffe geschützt? Sicherlich nur eine Handvoll. Unsere ERP-Cloud-Lösung Office Line 365 wird in einem hochgesicherten, deutschen Rechenzentrum gehostet. Daher dürfte eine solche Lösung höhere Sicherheitsstandards bieten, als die meisten herkömmlichen IT-Systeme kleiner und mittelständischer Betriebe.“

Ähnlich äußert sich Simone Kathrin Eiermann von der SAP: "Grundsätzlich haben Rechenzentren eine Laufzeiterfordernis von 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr und müssen sowohl vor deliktischen Angriffen von außen als auch vor andern Störungsfaktoren wie Wasser, Rauch oder technischen Defekten absolut sicher sein. Bei der SAP stellt dies unter anderem stellt dies das zwei- bzw. mehrzügige Versorgungssystem der SAP sicher."
Redundanz ...

Die SAP verfüge über zwei separate Stromeinspeisungen und Diesel-Notstromaggregate, die die Zentren 30 Stunden lang mit Strom versorgen könnten .Zudem würden alle 10.000 betriebenen Systeme redundant vorgehalten: Sollte es zu einem Ausfall der Server am Primärstandort St. Leon-Rot kommen, liegen die Daten zusätzlich in den beiden Backup-Zentren in Walldorf.

Auch Infor hat - natürlich – ein ganzes Bündel an Maßnahmen implementiert, um Datenverluste beim Cloud-ERP zu vermeiden. Regional Vice President Fajic nennt gegenüber SearchCloudComputing.de etwa eine "starke physikalische Sicherheit in den Rechenzentren unserer Kooperationspartner Savvis oder - nach Kundenwunsch - Amazon und anderen Anbietern, gerne in Deutschland beheimatet, samt der üblichen hohen Standards für Rechenzentren-Absicherung und -Auditierung nach SAS 70 Type 2 und ISO." Auch Infor gehe redundant vor und setze hochperformante Hardware mit Auto-load Balancing ohne Verbindungsabbruch und Netzwerke mit 1G bzw. 10G Verbindungen ein.
... und sicherer Daten-Upload

Unternehmenskritische Daten in der Cloud unantastbar vorrätig zu halten ist die eine Sache, noch viel schwieriger ist aber der sichere Upload,
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